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Bürgermeisterkandidat Werner Fladung traf sich mit Anwohnern / Bahnlärm

Zwischen Winkel und Geisenheim plant die Bahn AG den Bau eines Ausweichgleises, um damit eine Überholmöglichkeit von langsam fahrenden Zügen zu schaffen. Mit gravierenden Folgen für die Anwohner, die dann mit noch mehr Lärm rechnen müssen. „Züge, die in das Ausweichgleis einfahren, müssen bereits im Wohngebiet von Winkel den Bremsvorgang einleitet, was mit erheblichem Lärm verbunden sein wird“, betont der SPD-Bürgermeisterkandidat Werner Fladung, der Anwohner zu einem Gespräch an der Bahnstrecke eingeladen hatte.

Zu dem Treffen sollte eigentlich auch der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz kommen, der seit langer Zeit ein bekennender Bahnlärm-Gegner ist. Das Schneechaos am Dienstag verhinderte jedoch den Besuch im Rheingau. Roger Lewentz ließ jedoch ausrichten, dass er auch weiterhin an der Seite der lärmgeplagten Anwohner entlang der Bahnstrecke im Rheingau und Mittelrheintal steht.

„Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um den Bau des Ausweichgleises zu verhindern“, betonte Werner Fladung. Der SPD-Bürgermeister verwies im Gespräch auch auf eine Hiobsbotschaft aus dem Bundesverkehrsministerium in Berlin.

Demnach hat jetzt offiziell Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer (CSU) das Rheintal für den Ausbau der Gütertrasse Genua – Rotterdam mit dem europäischen Signalsystem (ERMTS) freigegeben. Fladung: „Das bedeutet eine engere Vertaktung der Zugfolge und die Möglichkeit der Verlängerung der Züge auf über 800 Meter. Die Folgen für den Rheingau werden katastrophal sein.“

Immer längere Güterzüge in immer kürzeren Zeitabständen werden dann durch das Rheintal donnern. Werner Fladung: „Daran zeigt sich, dass CDU und CSU vor Ort ganz andere Aussagen treffen wie in Berlin.“ In der Bundeshauptstadt sorgt Dr. Ramsauer dafür, dass die Bahnstrecke im Rheintal technisch aufgerüstet wird, um immer mehr Güterzüge aufnehmen zu können. Die Sorgen der lärmgeplagten Anwohner nimmt in der Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP niemand ernst. Der Initiative der CDU-Bundes- und Landespolitiker (darunter auch CDU-Politiker aus dem Rheingau-Taunus-Kreis), das Mittelrheintal zur Modellregion für den Lärmschutz zu machen, wird durch das Handeln in Berlin demaskiert.

„Die CDU-Politiker wollen den Menschen kurz vor den Wahlen in der Stadt Oestrich-Winkel, im Land und im Bund Sand in die Augen streuen, wollen ihnen erzählen, dass sie sich um das Lärm-Problem kümmern“, betont der SPD-Bürgermeisterkandidat. Nun werde klar, dass dies nur ein weiteres Kapitel im Buch der leeren Versprechungen ist. Die Sorgen der Menschen im Rheingau werden nicht ernst genommen „So kann man mit den Menschen nicht umgehen, die 24 Stunden lang dem Lärm der Güterzüge, der Werte bis zu 110 Dezibel erreicht, ausgesetzt sind.“ Das Recht der Menschen auf Erhalt ihrer Gesundheit und auf Lebensqualität muss Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen der Bahn haben. „In Berlin muss der Protest der Menschen gegen den Bahnlärm hörbar sein“, forderte Werner Fladung abschließend.
 


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