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Bahn AG grenzt Menschen mit Behinderung und Senioren aus

„Einen besonders originellen Schildbürgerstreich plant die Bahn beim Umbau des Bahnhofes in Mittelheim“, stellt der SPD-Bürgermeisterkandidat Werner Fladung fest. Dort soll eine Fußgängerunterführung gebaut werden, damit die Fahrgäste nicht länger die Gleise überqueren müssen. Doch bei näherem Hinschauen wird deutlich: Die Bahn AG grenzt Menschen mit Behinderung, Rollstuhlfahrer sowie Seniorinnen und Senioren (die oft nicht mehr so gut zu Fuß sind) bewusst aus. Die geplante Fußgängerunterführung soll nämlich nicht barrierefrei gebaut werden.

Damit werden in Zukunft Menschen im Rollstuhl, aber auch ältere Menschen mit Rollatoren, Eltern mit Kinderwagen und Fahrradfahrer den Bahnhof in Oestrich-Winkel nicht mehr nutzen können. „Will die Bahn AG auf Kosten von älteren und gehbehinderten Menschen sparen?“, fragt sich Werner Fladung. Er ist sich zudem sicher: „Das ist ein Fall für die Behindertenbeauftragte der Landesregierung, die gemeinsam mit uns die Interessen von Menschen mit Behinderung gegenüber der Bahn vertreten muss. Wir werden sie darüber informieren.“

Begründet wird das mit der Anzahl der Fahrgäste (unter 1000 pro Tag) und damit, dass es in Oestrich-Winkel keinen besonderen Bedarf, z.B. durch eine Behinderteneinrichtung gibt. „Auch wenn die Bahn dies mit ihren eigenen Richtlinien begründet: eine solche Maßnahme passt einfach nicht mehr in unsere Zeit“, empört sich Werner Fladung. „Das können wir nicht zulassen!“ Deshalb beobachtet er mit großer Sorge die Planfeststellung der Bahn AG zum Umbau der Schienenstrecke.

„Es ist zudem mehr als ungewöhnlich, dass bei dieser Planfeststellung insgesamt elf Maßnahmen von Hattenheim bis nach Geisenheim zu einem Mammut-Verfahren zusammengefast werden. Irreführend daran ist auch, dass sich unter der Bezeichnung „Neubau des Überholungsgleises im Bahnhof Geisenheim..“ der Neubau des Überholgleises zwischen Winkel und Geisenheim versteckt.

Dieses Überholgleis wird - neben den Belastungen während der Bauzeit- besonders für die Bürgerinnen und Bürger in Winkel dauerhafte Nachteile bringen. Die Züge müssen bei seiner Nutzung ihre Geschwindigkeiten erheblich reduzieren. Der Bremsvorgang wird bei Zügen, die in Richtung Koblenz fahren, in der Ortslage von Winkel stattfinden und dauerhaft zu zusätzlicher Lärmbelastung führen. Werner Fladung: „Wir fallen auf die Tricks der Bahn nicht rein und werden weiterhin gegen das Überholgleis kämpfen – mit uns gibt es dieses Gleis nicht!“

Brief an die Behindertenbeauftragte des Landes Hessen

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