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Kompetent, engagiert und tief verwurzelt in Oestrich-Winkel

Geht es nach dem Willen der SPD Oestrich-Winkel, soll Werner Fladung 2013 Bürgermeister von Oestrich-Winkel werden. Er ist kompetent, Verwaltungsfachmann, kann zuhören und vermitteln und ist unverbraucht und kann so neue Akzente setzen. Tief verwurzelt in Oestrich-Winkel und dem Rheingau steht Werner Fladung für den Wechsel und einen Neuanfang im politischen Miteinander. Dank seines ehrenamtlichen Engagements weiß er, an welchen Stellen in der Stadt „der Schuh erheblich drückt“. Die Redaktion sprach mit dem SPD-Bürgermeister-Kandidaten Werner Fladung über seine Ziele und Wünsche, über Familie und die Vermittlung sozialer Kompetenz.

Ortsgespräch (OG): Werner, Bisher wurde Dein Leben von der Familie, von Beruf und Deinen ehrenamtlichen Funktionen (z.B. als Schulelternbeiratsvorsitzender) geprägt. Warum nun der Einstieg in die Kommunalpolitik?

Werner Fladung: Als politischer Mensch, der ich bin, hielt ich in den vergangenen Jahren Kontakt zur Partei. Selbstverständlich beobachtete ich auch die Stadtpolitik und das Klima in der Stadtverordnetenversammlung. Da gab es dann den Moment, als für mich klar, ich kann nicht nur von außen kritisieren, sondern sollte mich aktiv für Verbesserung einsetzen. Deshalb habe ich mich entschieden, auf der Liste der SPD für die Stadtverordnetenversammlung zu kandidieren. Und auf das Ergebnis bin ich sehr stolz (Werner Fladung wurde von Listenplatz 25 auf Platz 7 vorgewählt. d. Redaktion).

OG: Was missfällt Dir konkret?

Werner Fladung: Ich will es vorsichtig ausdrücken: Das Klima zwischen den Parteien in Stadtparlament und im Magistrat ist verbesserungswürdig. Wir müssen wieder mehr an der Sache orientiert sein. Meiner Ansicht nach fällt dem Bürgermeister dabei als regulierender Faktor eine wichtige Stellung zu. Er muss für ein besseres Klima sorgen. Wir wissen doch alle, niemand hat die allgemeingültige Weisheit. Es geht darum, Argumente auszutauschen und danach eine Entscheidung zum Wohle der Stadt zu fällen. Das Wohl der Stadt muss wieder oberste Priorität genießen. Als Bürgermeister werde ich mich für eine bessere Atmosphäre stark machen und wieder die Themen in den Mittelpunkt stellen.

OG: Familie bedeutet Dir viel. Man kann Dich als Familienmensch bezeichnen. Du fährst mit Ehefrau und Deinen drei Kindern viel Rad, unterstützt sie bei deren ehrenamtlichen Aktivitäten. Was bedeutet das für Dich persönlich und für Deine Arbeit als Kommunalpolitiker?

Werner Fladung: Familie ist ganz wichtig für mich. Ich bin im Rheingau geboren, ebenso meine Frau und meine drei Kinder. Wir sind hier in der Stadt tief verwurzelt, haben einen großen Freundeskreis. In meiner Familie lernte ich immer, dass man zusammenhalten soll, sich gegenseitig hilft, auch Verantwortung übernehmen soll. Diese Erfahrung, diese soziale Kompetenz geben wir an unsere Kinder weiter, die in ganz unterschiedlichen Funktionen schon ehrenamtlich tätig waren und es noch sind. Alexander bietet Computer-Seminare für ältere Menschen im Mehrgenerationenhaus an. Katharina ist Winkeler Weinkönigin und repräsentiert die hiesigen Winzer. Robert besucht ein Mal  pro Woche einen älteren Mann, um sich mit ihm zu unterhalten und ihm so die Zeit zu vertreiben. Und als Familie unternehmen wir viel zusammen, wobei ich eingestehen muss, dass bei den Radtouren durch das Rheingau-Gebirge meine Kinder mir mittlerweile davon fahren.

OG: Tief verwurzelt in Oestrich-Winkel ist ein gutes Stichwort…

Werner Fladung: Wenn man – wie ich – Kinder hat, macht man unweigerlich deren schulische Laufbahn mit, d. h. vom Kindergarten über die Grundschule bis zum Gymnasium. Dadurch erhielt ich – gerade auch als Vorsitzender des Schulelternbeirates der Rheingauschule in Geisenheim – viele Einblicke, aber auch Anregungen, was zu ändern ist. Viele Mitbürger sprechen mich deshalb auf der Straße an, diskutieren mit mir über die Situation der Stadt. Und das will ich beibehalten: Im Gespräch mit den Bürgern bleiben, ihnen zuhören, die Politik der Stadt mit ihnen transparenter diskutieren. Als Bürgermeister werde ich mit dem Fahrrad ins Rathaus fahren, um diesen direkten Kontakt zu erhalten.

OG: Ein Bürgermeister als erster Ansprechpartner der Bürgerinnen und Bürger und ein Rathaus-Chef, der auf Bürgerbeteiligung setzt – das hatte die Stadt Oestrich-Winkel schon lange nicht mehr …

Werner Fladung: Ja, das schwebt mir vor. Ich will eine klare Kehrtwende zur derzeit praktizierten Verwaltungspolitik betreiben. Gerade die Bürgerbeteiligung wurde in den vergangenen Jahren in Oestrich-Winkel, ich will nicht sagen mit Füßen getreten, aber doch vernachlässigt. Ob es beim Thema „Kerbeplatz“ war oder ob es das Thema Verkehr ist – die Bürger werden von der derzeitigen Rathaus-Spitze viel zu selten mit eingebunden. Dadurch verlieren die Oestrich-Winkeler natürlich das Interesse an der kommunalen Politik vor Ort. Ich will als Bürgermeister das Vertrauen der Menschen in die Stadtpolitik, aber auch in Verwaltungshandeln wieder zurückgewinnen. Beides gehört eng zusammen. Die Rathausspitze und die Verwaltung müssen sich als Dienstleister verstehen – dies vermisse ich derzeit. Wobei ich eindeutig sagen will, Fachkompetenz ist in der Verwaltung vorhanden. Nur muss von der Spitze her vermittelt werden, dass die Verwaltung als Dienstleister auftreten muss.

OG: Du bist seit einem Jahr in der Stadtverordnetenversammlung. Davor konntest Du den politischen Schlagabtausch aus der Perspektive des Beobachters sehen. Ist dieser Blick von außen nicht von Vorteil für die zukünftige Arbeit als Bürgermeister. So kannst Du einen Neuanfang einläuten, fern der Streitigkeiten?

Werner Fladung: Für mich steht über allem Handeln: „Zum Wohle der Stadt Oestrich-Winkel tätig sein!“. Dies ist Ziel meines Engagements und das der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Doch leider scheint diese Maxime nicht von allen mitgetragen zu werden. Bei der letzten Kommunalwahl wurde die bisherige Koalition aus CDU und FDP vom Wähler in die Opposition geschickt. Der Wahlausgang war eigentlich ein deutliches Zeichen und eine eindeutige Bewertung der Politik der CDU/FDP-Koalition. Die Wähler wollten einen Neuanfang. Opposition heißt aber nicht Blockade, wie das Beispiel der Sitzung der AG Verkehr des Stadtparlamentes zeigt. Ein CDU-Politiker hat einen Besichtigungstermin abgesagt, weil er gegen Radfahren gegen die Einbahnstraße ist. Ein Nebenaspekt, wie ich meine, den wir dann lösen können, wenn wir ein Konzept für die bestehenden Verkehrsprobleme haben. Es macht m. E. deutlich, dass alle anderen Aspekte einer neuen Verkehrsregelung ihn nicht. Interessieren. Wenn wir aber weiterkommen wollen, und eine Lösung  für die Verkehrsprobleme finden wollen, müssen alle Fraktionen an einem Strang ziehen.  

OG: Warum möchtest Du Bürgermeister werden?

Werner Fladung: Ich will konstruktiv für Oestrich-Winkel arbeiten, neue Wege gehen, um die Stadt aus der Erstarrung zu holen. Die Stadt benötigt neue Perspektiven, neue Ideen. Vieles verläuft in eingefahrenen Bahnen. Die Blockade-Politik habe ich schon angesprochen. Ist der Vorschlag von SPD und Grünen wird er schon aus Prinzip von CDU und FDP abgelehnt. Der zweite wichtige Punkt ist die Bürgerbeteiligung und der dritte das Thema Demografischer Wandel und Familienfreundlichkeit und der vierte die Energiewende.
Der Demografische Wandel verändert unser Leben viel stärker als Globalisierung oder die digitale Revolution. Diese Aussage hat der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Jürgen Rüttgers (CDU) getroffen. Ich gebe ihm recht und muss gleichzeitig betonen, wir hier in der Stadt sind auf diese Veränderungen zu wenig vorbereitet. Rüttgers spricht davon, dass schon jetzt Kindergärten und Schulen geschlossen werden, weil es an Kindern fehlt. Wir müssen uns also viel mehr über die Zukunft Gedanken machen. Welche Maßnahmen müssen wir treffen, um den Folgen des Demografischen Wandels zu begegnen und negative Auswirkungen zu verhindern? Oder wollen wir uns von ihm überrollen lassen? Das gilt auch für die Energiewende und die Bürgerbeteiligung.
Das sind die spannenden Fragen der nahen Zukunft, auf die ich gerne als Bürgermeister Antworten geben will. Wir müssen gestalten und dies mit neuen Ideen tun, um auch die Finanzierung sicherzustellen. Deshalb will ich Bürgermeister werden.

OG: Dazu wünschen wir Dir viel Erfolg. Danke für das interessante Gespräch.

Werner Fladung: Ich danke auch.

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